Chronik

Überblick:

Nach einem Brand in der Hammerschmiede am 20.März 1899 entschieden die Bewohner von Götzendorf, dass eine eigene Feuerwehr dringendst benötigt wird. Und so wurde am 04. Juni 1899 unsere Feuerwehr in Götzendorf gegründet.

Heute steht die FF Götzendorf mit einer motivierten Mannschaft und zwei modernen Fahrzeugen rund um die Uhr zum Einsatz bereit, sollten Hilfe benötigt werden, sei es bei einem Brand oder bei verschiedensten anderen Notfällen.

Wir sind sehr stolz auf unsere Wehr und versuchen nach wie vor, jederzeit unsere Bestes zu geben. Auch die tolle, freundliche Atmosphäre unter den Kameradinnen und Kameraden sowie die gute Akzeptanz unter der Bevölkerung bestätigt uns in unserem Tun.

Unsere Geschichte im Detail:

1899 - Brand der Hammerschmiede

Am 20. März 1899 brach um 13.00 Uhr in der Hammerschmiede durch den Rauchfang der Schmiede Feuer aus, das alsbald infolge des herrschenden Windes die ganze Schmiedewerkstätte, das Dach des Wohnhauses, die Scheune und eine Wagen- und Kohlenhütte einäscherte und auch viele Bäume des angrenzenden Waldes ansengte. Die zur Hilfeleistung rasch herbeigeeilten Bewohner Götzendorfs und der nächstgelegenen Orte taten ihr Möglichstes den Brand zu löschen, zwei kleine Handspritzen leisteten dabei gute Dienste.

Außer den abgebrannten Gebäuden gingen das Hammerwerk, fast alle Schmiedewerkzeuge, Haus und Ackergeräte, sowie der Futtervorrat zugrunde.

Bei diesem Brand empfand man allgemein das Fehlen einer größeren Spritze. Man sah auch ein, dass bei Feuergefahr in Götzendorf, wie in den umliegenden Orten auf eine ausgiebige Hilfe der Nachbarfeuerwehren infolge der ungünstigen Boden- und Wegeverhältnisse nicht zu rechnen sei, und so beschloss man, es mit der Gründung einer Feuerwehr zu versuchen.

1899 - Gründung der FF Götzendorf

In der Interessenten - Versammlung am Ostersonntag 1899 erklärten sich die Besitzer von Götzendorf und Rumerstorf bereit, zum Ankauf einer Spritze je einen Beitrag von 20 Kronen zu leisten, und auch die Besitzer der nächstgelegenen Ortschaften waren für die Gründung einer Feuerwehr und versprachen hierzu gern beisteuern zu wollen.

Die Herren Max Holzer und Josef Stallinger unterzogen sich der Mühe, von Haus zu Haus in allen Ortschaften zu gehen, denen die Feuerwehr von Nutzen sein konnte, um zu sehen wie viel im Ganzen zum Ankaufe der Spritze beigesteuert wurde.

So kam ein Betrag von über 600 Kronen zusammen, der ausreichte um eine passende Spritze anzukaufen.Mit dem Ankaufe wurden Herr Verwalter und Herr Ludwig Irninger betraut.

Anfangs wollte man sich mit der Spritze und einigen Männern, die mit deren Handhabung vertraut waren, begnügen. Also mit einer sogenannten „Wilden“ Feuerwehr. Herr Irninger, der auch in seinem früheren Dienstorte Julbach eine Freiwilligen Feuerwehr gründen half, hatte eininge Hinzweise bezüglich der Grünung. Eine Statutengemäße Feuerwehr bekam nicht nur zur Errichtung derselben, sondern auch künftig ausgiebige Unterstützungen von Sr. Majestät, insbesondere von der Landesbehörde, von den anderen Behörden, sowie den wohlhabenden Personen erhalten und es sollten außerdem noch andere Vorteile erwachsen. Dauraufhin entschloss man sich, eine solche Feuerwehr zu errichten.

Am 04. Juni 1899 fand im Gasthaus des Johann Haselgruber die konstituierende Versammlung statt, die sehr zahlreich von den Interessenten besucht wurde. In derselben wurden laut Protokoll 57 ausübende Mitglieder aufgenommen.

1899 Gründungsmitglieder

Am 25. Juli 1899 wurde der rechtliche Bestand der Feuerwehr Götzendorf von der K.K. Statthalterin bescheinigt.

Am 30. Juli 1899 fand die Angelobung der ausübenden Mitglieder und eine Versammlung statt.

Am 03. August 1899 traf die bei der Fa. Kernreuter in Wien um den Preis von 654 Kronen angekaufte Spritze mit 60 m Schläuchen und Zugehör ein.

Am 06. August 1899, nahm Hochwürdigen Hr. Dr. Stephan Feichtner, reg. Chorherr von Schlägl, für den leider erkrankten Hochwürdigen Herrn Pfarrer Johann Neubauer die Weihe der Spritze, sowie des Depots das im Schloss untergebracht war, vor.

1899-1939 - Aufbau der Feuerwehr

1899

Am 16. November 1899 um 03.45 Uhr wurde unser Dorf von einer schrecklichen Brandkatastrophe heimgesucht. Rasch war die junge Wehr zur Stelle und begann mit der Brandbekämpfung.

Durch zielbewusstes, unerschrockenes Vorgehen der Wehr, besonders deren Steiger, die sich in steter Lebensgefährlicher Situationen befanden, gelang es, das Feuer von den dem Brandobjekte gegenüberliegenden Strohdächern und hierdurch auch von der ganzen Ortschaft abzuhalten.

Als um 06.15 Uhr die Nachbarsfeuerwehren abrücken wollten, erschollen plötzlich neue Schreckensrufe. Im Innern der dem Hofstätter Josef Stallinger gehörigen Scheune, welche vom Brande gar nicht bedroht gewesen war, war Feuer gelegt worden. Angefacht von einem im selben Augenblicke eingetretenen heftigen Sturme, rasten nun die entfesselten Flammen von Dach zu Dach. In kaum 10 Minuten standen die Hofstätte des Josef Stallinger, das Bauernhaus des Ignaz Natschläger, das Wirtshaus des Pächters Johann Haselgruber, das Häuschen der Witwe Katharina Katzinger, die Hofstätte des Johann Ruthmann, die Häuschen des Johann Höller und des Johann Fuchs, der Maierhof, das Schloss und sämtliche Nebengebäude in Flammen. Ein furchtbarer Funkenregen flog weithin herum. Der große Dorfplatz war unpassierbar. Die meisten Häuser wurden teilweise zerstört, das Haus des Höller und der Maierhof sind vollständig ausgebrannt, das Schloss teilweise niedergebrannt.

1905

Kauf einer Saugspritze mit 70m Schläuchen und Wagen um 522 Kronen.

1905 - FF Depot im Schloss

1910

Am 14. März beteiligten sich Hauptmann Holzer, dessen Stellvertreter Haselgruber und der Schriftführer Irninger an der Gründungsversammlung der Feuerwehr Sprinzenstein.

1911

Ausrücken der Feuerwehr Götzendorf zum großen Brand in Lanzerstorf.

 

Kommandomitglieder 1912:

1.Reihe von links: Ignaz Natschläger, Josef Stallinger, Alois Koblmüller, Franz Pröll 2.Reihe stehend von links: Johann Haselgruber, Leopold Kandlbinder Johann Spindlböck

1920 - Mannschaftsfoto

1922

Ankauf von 60m Schläuchen um 181.500 Kronen.

1923

Einweihung des Kriegerdenkmals

1926

Brand von fünf Häusern in Rohrbach am 13. September.

1931

Brand in Peherstorf bei Leopold Schaubmaier am 29. März

1939-1946 - Während es 2. Weltkrieges

Von 1939 bis 1946 bestand unsere Wehr wohl weiter, war aber nicht selbstständig, sondern ein Löschzug der FF Oepping.

1946-1960 - Nach dem Krieg

1946

Am 12. Mai 1946 wurde unter dem Vorsitz des Bgm. Wögerbauer die Wehr wieder als selbstständig erklärt und die Wahl des Kommandos durchgeführt. Zum Kdt. Wurde Johann Kobler gewählt, der unserer Wehr bis 1973 vorstand. Somit war Johann Kobler der längst dienende Feuerwehrkommandant in der Geschichte der FF Götzendorf. In seiner Amtszeit wurden wichtige Anschaffungen, wie der Kauf einer Motorspritze, der Bau des Feuerwehrhauses, sowie der Ankauf eines Anhänger-Rüstwagens getätigt. Weiters waren große Einsätze wie das Hochwasser 1954, sowie spektakuläre Brände zu bewältigen.

1954 FF Götzendorf m.Kdt.Kobler

1949

Am 21. August 1949 fand, bei herrlichem Wetter und sehr zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung das 50-jährige Gründerfest mit Altgedienten und Kriegerehrung, sowie Glockenweihe statt.

1949.08.21 50 jähriges Jubiläum FF Götzendorf

1950

Einweihung des fertig gestellten Wasserwerkes – Ortswasserleitung

1950 - Wasserwerkweihe

1953

Motorspritzenweihe der FF Götzendorf

1954

Hilfeleistungen bei der Hochwasserkatastrophe, Teilnahme von zwei Gruppen am Leistungswettbewerb der Feuerwehren in Rohrbach.

 

1960-1977 - Modernisierung

1960

Nach vieler eigenhändiger Bauarbeit wurde es das neu gebaute Zeughaus am 26. Juni 1960 eingeweiht. Viele Kameraden aus umliegenden Wehren kamen, um bei der Segnung dabei zu sein.
Das Haus beherbergte neben den Feuerwehrfahrzeugen, allen nötigen Geräten und der Ausrüstung der Mannschaft auch einen Telefonverteiler (Post) und auch das „Kühlhaus“ des Dorfes. Ein gekühlter Raum, in dem jede Familie ein eigenes Fach für die Kühlung von Lebensmitteln besaß, da es damals noch niemand einen Kühlschrank hatte. Das ehemalige Kühlhaus wird heute noch als Mannschaftsraum genutzt, jetzt natürlich geheizt und nicht gekühlt.

Herr Bezirkskommandant Natschläger bei der Ansprache

1960 - neues Zeughaus

1963

Unsere Wehr erhielt am 23. April einen neuen Anhänger-Rüstwagen.

1963.04.23 Anhängerüstwagen

1966

Brand bei Karl Schuster in Pitretsberg Nr. 3

1971

Bauernhausbrand bei Egginger am 30. Oktober im Ortskern von Götzendorf.

1971.10.30 Brand Egginger

1974

Am 18. April kauften wir die neue Tragkraftspritze VW 75 Automatik um 52.548.- Schilling.

1976

Das Sirenensteuergerät wurde mit einem Probealarm am 31. Juli 1976 in Betrieb genommen.

Die diesjährige Herbstübung fand noch mit dem Rüstwagen und Traktor statt.

1976 - Herbstübung

1977

Eine Sternstunde – nein – eine Notwendigkeit der modernen Technik: am 04. März 1977 erhielten wir zwei Funkgeräte von der Fa. Rosenbauer. Am 24. April wurde mit dem Um-bzw. Zubau am Feuerwehrhaus begonnen. Im Mai 1977 kaufte die FF Götzendorf von der Feuerwehr Linz um 80.000.- Schilling ein gebrauchtes Löschfahrzeug der Marke Opel Blitz.

1977 - Opel Blitz

1977-2000

1987

Nach neuerlichen Umbauarbeiten am Feuerwehrhaus, erhielt die FF Götzendorf am 23. Juli 1987 das neue LFB-A 10S18 4x4 von der Fa. Rosenbauer. Das neue LFB war für die Feuerwehr Götzendorf eine wichtige strategische Resource hatte einen großen Anteil an der Schlagkraft und Bedeutung unserer Wehr in den kommenden Jahren. Dieses Fahrzeug, welches damals den Stand der Technik darstellte, leistete unserer Wehr über 30 Jahre lang einen treuen Dienst. Erst 2018 wurde es durch ein neues, wiederum moderneres Löschfahrzeug ersetzt.

1990/1992

Brandserie im Bezirk Rohrbach. Eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Objekten, fielen dem unbekannten Brandstifter zum Opfer.

2000-2020

Ankauf KDO
Neue Pump FOX 3
Ankauf LF-A
Feuerwehrhausbau

Nun sollte der Bericht die letzten über 120 Jahre die Geschichte unserer Feuerwehr zum Ende gekommen sein.
Zur Zeit stehen wir standfest da und sehen der Zukunft zuversichtlich entgegen. Wir sind nun auch für die kommenden Jahre gut gerüstet, um kommende Einsätze zur Sicherheit der Bevölkerung professionell und mit gutem Gewissen in Angriff nehmen können.
Über die aktuellen Geschehnisse informieren wir auf der Startseite sowie auf unserer Facebook Seite.